Vereinigung Luftfahrt e.V.
22.01.2026

Konzern fordert lange Nullrunde & Absenkungen

Die erste Verhandlung der diesjährigen Vergütungstarifrunde liegt hinter uns. Die Tarifrunde wurde eröffnet in dem wir unzähligen Listen der Mehrheitspetition, welche insgesamt über 10.000 Unterschriften erreichte, im Verhandlungsraum präsentierten. Mehr als jede und jeder Zweite am Lufthansa Boden hat sich damit hinter die Forderungen gestellt. Stark!

Nachdem die Arbeitgeberseite ihren Blick auf die wirtschaftliche Lage vorgestellt hat, haben wir u.a. auch anhand der Mietpreissteigerungen an den LH-Standorten verdeutlicht, wieso es Vergütungssteigerungen am Boden braucht. Denn die Preissteigerungen an den Standorten München, Frankfurt, Hamburg, Berlin und Co sind deutlich höher als im bundesweiten Schnitt.

Für unsere gemeinsamen Forderungen und Erwartungen sieht der Konzern "keine Gestaltungsspielräume". Gleichzeitig fordern sie eine Laufzeit von 36 Monaten. Das bedeutet: Über drei Jahre sollen unsere Vergütungen trotz Preissteigerungen nicht angehoben werden oder anders gesagt: Eine dreijährige Nullrunde.

Darüber hinaus ist die Arbeitgeberseite der Meinung, dass "was weggenommen werden muss". Konkret genannt wurde das dauerhafte Streichen der 3,6%-Wechselschichtzulage bei der DLH AG und der LTLS. Der Arbeitgeber möchte also aktiv eure Einkommen reduzieren!

Auch bei der Lufthansa Technik sollen die Vergütungsendwerte im Zuge des neuen Tarifvertrages Vergütungsstruktur abgesenkt werden, sofern die Beschäftigten in das neue System wechseln. Für neue Beschäftigte soll diese Absenkung verpflichtend gelten.

Alle anderen Forderungen sieht die Arbeitgeberseite ebenfalls als nicht darstellbar, außer wir senken an anderer Stelle Einkommen(-sbestandteile) ab.

So hat der Konzern auch den Ausgliederungsschutz für die Stationen FRA & MUC abgelehnt. Stattdessen gab es jedoch endlich eine klare Aussage des Konzernpersonalvorstandes zu den Ausgliederungsplänen. Von ihm persönlich bestätigt wurde vor über 30

Tarifkommissionsmitgliedern, dass die Prüfung zur Ausgliederung läuft. In diesem Zusammenhang sind auch Worte wie "sozialverträgliche Veränderung“ gefallen. Das Unternehmen sieht sich an der Stelle aufgrund der wirtschaftliche Lage bei der Airline zu Handlungen verpflichtet, um das Gesamtkonstrukt zu erhalten.

Bewertung der Konzerntarifkommission:

Ein enttäuschender Verhandlungsauftakt. Nun könnte man meinen, dass dies das normale "Spiel" in der ersten Verhandlungsrunde ist.

Wir haben stattdessen aber den Eindruck gewonnen, dass die Arbeitgeberseite bereit ist, ihre Interessen mit langem Atem zu verteidigen und durchzusetzen. Weder die Nullrunde, die Einkommensreduzierung oder die anderen kritischen Punkte werden von alleine vom Tisch verschwinden - im Gegenteil.

Was es jetzt braucht, ist ein Zusammenschluss des gesamten Lufthansa Bodens, um gemeinsam für die Forderungen einzustehen und gleichzeitig die enormen Angriffe abzuwehren. Nur eine in der ver.di zusammengeschlossene Belegschaft kann am Tariftisch erfolgreich sein. Deshalb: Jetzt ver.di Mitglied werden und mit noch mehr Tarifbotschafter:innen noch mehr Stärke aufbauen.

verhandlungsauftakt_2026_lufthansa Autor: Marvin Reschinsky


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