10.12.2019

Vorwort Anke Heß 03/2019

Liebe Mitglieder, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
die Vorfreude auf das bevorstehende Fest schwingt mit. Normalerweise erleichtert sie es, abzuschalten von der Hast und der Hetze des Alltags. Ob sie es aber schafft, uns in die richtige Stimmung zu versetzen und Besinnlichkeit nicht nur in der Familie, sondern auch in der Firma zu erleben, mag ich in diesem Jahr bezweifeln.


Anke Heß 2019 © VL VL

Wie geht es für die LSG Kolleginnen und Kollegen in 2020 weiter? In den letzten Tagen wurde, vorbehaltilch der Zustimmung des Lufthansa Aufsichtsrates, das Europageschäft der LSG an die schweizerische “Gategroup’ verkauft. Alle Zugeständnisse der Belegschaft in den letzten Jahren haben diesen Verkauf nicht verhindern können. Ver.di sieht infolgedessen die Lufthansa in der Pflicht, “Gategroup’ vertraglich dazu zu bringen, die Arbeitsplätze zu sichern. Ebenso müssen die Mitbestimmungsstrukturen und natürlich die bestehenden Tarifverträge anerkannt werden. Hier gibt es leider noch viele Fragezeichen...

Für einen Teil der Belegschaft der Lufthansa Technik AG „PD Fleet Services“ ist der Jahreswechsel ein Neuanfang – in alten Kleidern. Das soll heißen, es geht erst einmal weiter wie bisher. Es findet ein Betriebsübergang zur LHA statt, aber die Arbeit und die Arbeitsstätte bleibt grundsätzlich die, die sie vorher auch war.

Für die, die weiterhin Lufthansa Technik AG „PD Fleet Services“ bleiben, ändert sich die Arbeit erst einmal auch nicht. Einzig der übermächtige Kunde Lufthansa wird das Programm nicht mehr füllen. „Den Kopf frei“ für Kunden, sollte man meinen. Aber daran bzw. dafür müssen wir noch arbeiten. Neue Produkte entwickeln, Kundenwünsche erfüllen, die Zukunft für die PD Fleet Services planen.

Erst einmal schaut dies ja positiv aus. Kleine Kin ken, an denen gearbeitet wird, sind noch vorhan den. Es gibt eine wirklich einzigartige Lö sung für den Übergang der Kollegen im Tarif. Diese ist grundsätzlich vereinbart. Der Vergütungstarifvertrag der LHT wird als „Kapitel“ neben den Vergütungstarifvertrag der DLH gestellt. Aber nun kommt noch die Feinarbeit. Und dieser „Kleinkram“ sorgt nun doch für einige Zweifel und eine gewisse Unsicherheit. Noch ist teilweise unklar, in welchem „Kapitel“, sprich wel chem Tarifvertrag die verschiedenen Jobcluster sich wiederfinden. Hier vertraue ich auf unsere Kollegen in der Tarifkommission von ver.di/VL.

Wie sieht das Bild der Lufthansa Technik AG „PD Fleet Services“ in der Zukunft aus? Dieses Bild fehlt den Kollegen, die nicht übergehen. Auch hier heißt es: Zweifel und Unsicherheit.

Auch der Übergang der AT-ler zur LHA ist geregelt. Übergang in die dort vorhandenen AT+ und AT. Die übergehenden Mitarbeiter freuen sich über höhere Bandobergrenzen. Was passiert mit diesen bei der LHT? Nichts passiert. Aber auch hier muss sich etwas ändern, denn durch die Altersstruktur sind viele Kolleginnen und Kollegen an der Bandobergrenze und finanziell „tut sich“ deshalb nichts mehr.

Für alle Problemstellungen sollten schnellstens Lösungen aufgezeigt werden. Gefühlt sollten alle Kolleginnen und Kollegen Gewinner sein.

Nun zu etwas ganz anderem. In eigener Sache muss ich für das zurückliegende Jahr leider von der Auflösung des Ortsverbandsvorstandes der VL in Hamburg berichten. Ein neuer Ortsverbandsvorstand wird zeitnah, im Rahmen einer Mitgliederversammlung, gewählt. Der alte Hamburger Vorstand hatte sich immer weiter von der Philosophie der Vereinigung Luftfahrt entfernt und nicht mehr in unserem Sinn und nach unseren vorherigen Absprachen agiert. Viele Gespräche wurden geführt und der Bundesvorstand jedes Mal beschwindelt oder doch zumindest im Unklaren gelassen.

Wir, der Bundesvorstand der VL, haben nichts mit der Gewerkschaft IG Metall zu tun. Wir wissen über die Vereinbarungen der DGB-Gewerkschaften und somit auch, dass es bei LHT nur einen Tarifpartner, nämlich ver.di, gibt. Mit diesem Tarifpartner haben wir einen Kooperationsvertrag und stehen in diesem Rahmen in der Verantwortung.

Aus einer künstlich herbeigeredeten Oppositionsrolle, ohne Verantwortung, kann alles schlecht geredet werden.

Leider ist es auch bei Lufthansa so, wie in der bundesdeutschen politischen Landschaft: Laut sein, Unwahrheiten erzählen, polemisieren und dabei nie Verantwortung übernommen zu haben oder zu übernehmen, scheint im Trend der Zeit zu liegen. Das Bedauerliche, ja Tragische ist, dass solch populistisches Vorgehen auch noch Erfolg hat.

Ich wünsche mir für das neue Jahr mündige und interessierte Lufthanseaten. Kolleginnen und Kollegen, die wissen, wenn „Fake News“ verbreitet werden und nicht jeder neuen Sau, die durch’s Dorf getrieben wird, hinterherlaufen. Dagegen sein ist einfach. Etwas wirklich tun und gestalten schon schwieriger, aber eben der einzig sinnvolle Weg.

Für das neue Jahr 2020 wünsche ich uns allen Klarheit, Sicherheit und Zukunftsperspektiven für alle Lebenslagen.

Ein frohes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben und einen guten Rutsch in das Jahr 2020 wünsche ich Ihnen allen von Herzen.

Anke Heß

VL Bundesvorsitzende


Vorwort VL Magazin 03/2019 Anke Heß Autor: Anke Heß

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