03.12.2017

Erster Verhandlungsstand Tarif 2018 - update -

Tarifverhandlungen Vergütung 2018 – kein Arbeitgeberangebot

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Donnerstag, den 23. November 2017 fanden die Auftaktverhandlungen für die Vergütungsrunde 2018 in Frankfurt statt. Zu Beginn stellte Detlef Kayser, Leiter Konzernstrategie, die strategische Lage des Lufthansa-Konzerns und die Herausforderungen für die Zukunft dar. Deutlich wurde, dass der Umbau im Konzern weitergehen wird. Insbesondere die Digitalisierung wird gewaltige Veränderungen auch für Beschäftigte mit sich bringen. Danach berichte Stefanie Schmitz, Leiterin Controlling, über die wirtschaftliche Lage. Die gute Nachricht: Wie sich schon aus den bereits veröffentlichten 9-Monats- Zahlen ergeben hat, wird die Lufthansa 2017 mit einem Rekordergebnis beenden. Alle relevanten Kennzahlen sind durchweg positiv. Ob Umsatz, Adjusted EBIT, Cashflow oder Nettokreditverschuldung. Ein Ergebnis, so haben wir deutlich gemacht, welches vor allem auch dem Engagement und Einsatz der Beschäftigten geschuldet ist.

Wie nicht anders zu erwarten war, wurde auch auf Problemlagen wie der steigende Ölpreis oder die hohen Investitionsbedarfe abgestellt. Deutlich war die Mahnung nach „Maß halten“ herauszuhören.

Im Anschluss an die Arbeitgeberseite haben wir ver.di-seitig die Sicht der Beschäftigten auf dieses ausgesprochen positive wirtschaftliche Ergebnis dargestellt. Die erwartete Inflationsrate liegt für 2018 von 1,7%, dazu gehen wir von einer Steigerung der Arbeitsproduktivität um 0,9% aus. Dazu kommt jedoch der Nachholbedarf aus vergangenen Jahren, wo Beschäftigte niedrigere Tarifsteigerungen zugunsten der schwierigen Lage der Lufthansa in Kauf genommen haben. Nicht zu vergessen, das Rekordergebnis in 2017, an dem die Beschäftigten berechtigterweise teilhaben wollen. Damit ist die Forderung von 6% Vergütungserhöhung mehr als berechtigt.

In der nachfolgenden Diskussion stellte die Arbeitgeberseite dar, dass das vorhandene System der Ergebnisbeteiligung bereits eine ausreichende Beteiligung am guten Ergebnis darstelle. Warum jetzt dazu noch eine überproportionale Tariferhöhung folgen solle, erschließe sich nicht.

Man könne sich aber eine Erhöhung im Rahmen der Inflationsrate mit ein wenig mehr vorstellen. Darüberhinaus sehe man wenig Spielräume für prozentuale Erhöhungen. Man könne jedoch über variable Vergütungsmodelle nachdenken.

Grundsätzlich infrage gestellt wurde die Gleichbehandlung der LSG-Beschäftigten bei den Erhöhungen. Hier sei die Lage in Deutschland im Vergleich zu anderen Konzerngesellschaften deutlich schlechter, was sich auch bei den Vergütungserhöhungen widerspiegeln solle. Hier haben wir deutlich gemacht, dass eine unterschiedliche Behandlung der LSG- Beschäftigten mit ver.di nicht zu machen ist.

Skeptisch waren die Arbeitgebervertreter auch bei der Frage der freiwilligen Umwandlung von Vergütungserhöhung in freie Tage. Hier hatte die ver.di-Tarifkommission vorgeschlagen, ein Modell analog des diesjährigen Tarifabschlusses bei der Bahn AG einzuführen, bei dem die Beschäftigten sich statt einer Vergütungserhöhung für zusätzliche freie Tage für einen befristeten Zeitraum entscheiden konnten – mit großer Resonanz übrigens.

Die Verhandlungen werden nun am 13.12.17, 22.01.18. und 31.01.18 fortgeführt. Auch hier gilt: Geschenkt wird uns hier nichts, sondern wir werden sicherlich nur mit Druck ein Ergebnis erzielen können. Das geht nur gemeinsam mit allen Lufthansa-Beschäftigten.


Tarifverhandlung Erster Sachstand Autor: Konzerntarifkommission