01.11.2017

Der Low cost Markt

Der Low Cost Markt

Vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. wird zweimal jährlich der Markt der Low Cost Angebote von Fluggesellschaften im deutschen Luftverkehr untersucht und eine Studie dazu herausgegeben.

Es werden hier die Fluggesellschaften betrachtet, die ihre Tickets ihrer gesamten Flüge im Direktvertrieb im Internet anbieten. Damit fallen Airlines aus der Betrachtung, die überwiegend ihre Flüge an Reiseveranstalter verkaufen, wie z.B. Condor oder Tui Fly. Air Berlin hat bei der ICAO beantragt, nicht mehr als Low Cost Anbieter geführt zu werden, sondern als Netzwerk-Carrier. Die Angebote von z.B. Germanwings und Eurowings wurden gemeinsam bewertet.


Low Cost © Aquir fotolia

Wichtigstes Kriterium ist, dass der Preis der Tickets abhängig ist vom Vorausbuchungszeitraum. Je früher man weiß, dass man fliegen möchte und entsprechend früh bucht, desto günstiger ist der Preis. Wer kein Gepäck hat, zahlt keinen Aufschlag. Wer eigenständig online eincheckt spart Gebühren. Teuer wird der Billigflug, wenn man Gepäck erst beim Abflug am Flughafen dazukauft oder sich am Flughafen einchecken lässt. Auch die Möglichkeit zur Stornierung und Umbuchung lassen sich die Low Cost Airlines teuer bezahlen. Das haben die Netzwerk-Carrier leider übernommen. Die Summe - günstiges Ticket plus Extra-Kosten - übersteigt sehr schnell den Preis für ein Ticket bei einem Netzwerk-Carrier, wie z.B. Deutsche Lufthansa, die bei einem entsprechenden Vorausbuchungszeitraum auch günstige Angebote hat.

In Deutschland ist der größte Anbieter Eurowings/Germanwings mit 1800 Starts/Woche mit 78 eigenen Flugzeugen und 39 im Wetlease. Das ist rund die Hälfte aller angebotenen Low Cost Flüge in Deutschland. Ryanair hat 365 Flugzeuge und übertrumpft hiermit sogar die Deutsche Lufthansa Classic mit 350 Flugzeugen. Die Lufthansa Group hat 617 Flugzeuge. Ryanair operiert aber noch überwiegend aus England und Irland nur mit B737, genauso wie Easyjet mit 235 Flugzeugen. Ryanair dringt weiter in den deutschen Markt ein. Seit kurzer Zeit bietet Ryanair jetzt auch Langstreckenflüge von Air Europa auf ihrer Webseite an.

Insgesamt ist in Deutschland die Zahl der Starts um rund 1,5% zurückgegangen, aber die Anzahl der angebotenen Sitzplätze um rund 6% gestiegen. Dieser Effekt entsteht durch die angebotenen Langstreckenflüge mit größeren Flugzeugen. Ein neuer Trend im Low Cost Markt. Diese Variante gilt als nicht so einträglich, weil die Kerosinkosten und die Übernachtungskosten für die Crews vergleichbar sind zu Linienflügen.

Aus deutscher Sicht werden im Low Cost Segment hauptsächlich innerdeutsche Flüge angeboten, Großbritannien und Spanien stehen an zweiter und dritter Stelle. Europaweit betrachtet ist immer noch Großbritannien das Low Cost Flugland Nr.1, gefolgt von Spanien.

Bisher operierten die Low Cost Airlines vornehmlich von unbedeutenden und damit günstigeren Flughäfen aus. Ryanair will jetzt auch von/nach Frankfurt/Main fliegen und sucht die Konkurrenz zur Lufthansa, indem sie schon mehrere Strecken anbieten, die so auch von Lufthansa angeboten werden. Eurowings/Germanwings übernehmen auf Kurzstrecken oft Zubringerdienste für Lufthansa und Ihre Partner, innerhalb Europas bedienen sie häufig touristische Ziele, wie z.B. Mallorca.

Konkurrieren zwei Airlines freut sich der Kunde.


Low cost Autor: Uta Dechert