Lufthansa Technik 2025: Stabilität sichern und Risiken ernst nehmen
Lufthansa Technik entwickelte sich im Geschäftsjahr 2025 trotz weltwirtschaftlicher Unsicherheiten insgesamt positiv. Mit einem Umsatz von rund 8,05 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis von etwa 603 Millionen Euro gehört die Sparte weiterhin zu den stärksten Bereichen innerhalb der Lufthansa Group. Die weltweite Nachfrage nach Wartung, Reparatur und technischer Betreuung von Flugzeugen bleibt hoch, da viele Airlines ihre bestehenden Flotten länger nutzen müssen.
Gleichzeitig zeigen die aktuellen Entwicklungen aber auch deutlich, dass die kommenden Jahre für Unternehmen und Beschäftigte anspruchsvoller werden. Kriege, internationale Spannungen, steigende Kosten und Probleme in den Lieferketten wirken sich zunehmend auf die Luftfahrtindustrie aus. Gerade deshalb wird es wichtig sein, die wirtschaftliche Stabilität nicht nur über Wachstum, sondern auch über langfristige Investitionen in Beschäftigte und Standorte abzusichern.
Ein zentrales Risiko bleibt der Fachkräftemangel. Weltweit fehlen qualifizierte Fluggerätmechaniker, Ingenieure und Spezialisten für moderne Triebwerks- und Digitalisierungssysteme. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Beschäftigten kontinuierlich. Daraus ergibt sich die klare Forderung, Ausbildung und Qualifizierung deutlich stärker auszubauen. Notwendig sind:
• mehr Ausbildungsplätze,
• langfristige Übernahmen,
• bessere Weiterbildungsmöglichkeiten,
• sowie gezielte Investitionen in digitale Qualifikation.
Nur so kann verhindert werden, dass Personalmangel langfristig zu höherer Arbeitsbelastung und wachsendem Druck auf die Belegschaft führt.
Ein weiteres Risiko liegt in den anhaltenden Lieferkettenproblemen. Fehlende Ersatzteile und verzögerte Materiallieferungen erschweren die Planung und erhöhen den Aufwand in der Instandhaltung. Um die Versorgungssicherheit zu verbessern, braucht es aus Sicht vieler Beschäftigter und Branchenvertreter:
• stärkere Lagerhaltung wichtiger Komponenten,
• stabilere europäische Lieferketten,
• und langfristige Partnerschaften mit Zulieferern.
Auch die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt spürbar. Systeme wie AVIATAR oder KI-gestützte Wartungsprozesse sollen Abläufe effizienter machen. Gleichzeitig entstehen Sorgen vor zusätzlichem Leistungsdruck oder Stellenabbau im indirekten Bereich. Deshalb wird gefordert, Digitalisierung nicht ausschließlich als Sparinstrument zu nutzen, sondern Beschäftigte frühzeitig einzubeziehen und Qualifizierung in den Mittelpunkt zu stellen.
Hinzu kommen die Belastungen durch die weltwirtschaftliche Lage. Inflation, steigende Lebenshaltungskosten und geopolitische Unsicherheiten treffen auch die Beschäftigten direkt. Viele Arbeitnehmer erwarten deshalb:
•verlässliche Tarifentwicklungen,
•sichere Arbeitsplätze,
•transparente Zukunftsstrategien,
•und Investitionen in deutsche Standorte.
Gerade in einer unsicheren Weltlage wird die soziale Stabilität innerhalb großer Industrieunternehmen zunehmend wichtig.
Lufthansa Technik besitzt weiterhin gute wirtschaftliche Perspektiven. Die wirtschaftlichen Ziele sollten realistisch und der Benchmark mit Agenturen fair sein. Agenturen, die den Herstellern gehören oder sie beteiligt sind, haben andere Produktionsbedingungen als die Lufthansa Technik AG.
Der globale Bedarf an Wartung und technischer Betreuung dürfte langfristig weiter steigen. Entscheidend wird jedoch sein, ob Wachstum und Modernisierung gemeinsam mit den Beschäftigten gestaltet werden. Dauerhafte Stabilität wird nur möglich sein, wenn wirtschaftlicher Erfolg, Fachkräftesicherung und soziale Verantwortung miteinander verbunden bleiben.
Mit solidarischen Grüßen
Eure Vereinigung Luftfahrt