10.07.2019

Ergebnis LH Group 2018

Das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte wurde 2018 erzielt, gleich nach dem Rekordergebnis von 2017.

Der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr würdigt die Teamleistung der 135.000-köpfigen Belegschaft. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 5%, der Personalaufwand stieg dagegen um nur 2%. Herr Spohr wurde bis zum 31.12.2023 zum Vorstandsvorsitzenden bestellt.

Leider sank der Aktienkurs von 30,72€ (Jahresschluss Kurs 2017) auf 19,70€ (Jahresschluss Kurs 2018) um 36% auf 17,90€ (21.05.2019). Aber die Aktionäre bekamen trotzdem 0,80€ je Aktie. Das ergibt eine Rendite von 4,1%.

Der Umsatz stieg um 1%, der Gewinn sank um 4%, bei gestiegenen Passagierzahlen um 10% auf 142.335 Millionen. Die Konzernbilanzsumme stieg um 7% auf 38.213 Mio. €, das Eigenkapital um 5% auf 9.573 Mio. €. Die Eigenkapitalquote beträgt somit 25,1%.

Die Herausforderungen im Jahr 2018 waren vor allen Dingen die um rund 850 Mio. € gestiegenen Treibstoffkosten. Wurde in den vorangegangenen Jahren nicht ausreichend Treibstoffsicherung betrieben? Die Kompensationszahlungen für Verspätungen und Flugausfälle sind ebenfalls gestiegen. Für 2018 wurde eine geänderte Rechnungslegung IFRS-15 verwendet, deshalb sind die Zahlen nur bedingt mit 2017 vergleichbar. Nicht zu vergessen sind die Investitionen um 8% gestiegen auf 3.757 Mio. €, wie z.B. der Erwerb von großen Teilen der Air Berlin Flotte und neue treibstoffeffizientere Flugzeuge.

Die Lufthansa Group setzt sich aus den Network Airlines zusammen: Lufthansa German Airlines, Swiss, Austrian, Eurowings, Sun Express, Brussels Airlines und Air Dolomiti. Hinzukommen als Aviation Services: Logistik, Technik und Catering.

Die Logistik und die Technik steigerten ihr Ergebnis um jeweils 2%. Bei der Technik wurde dieses Ergebnis unter anderem durch die Steigerung der Triebwerksüberholungen erzielt. Catering steigerte ihr Ergebnis um 74%. In der vergangenen Zeit gab es immer wieder Gerüchte über den Verkauf der Catering-Sparte. Die Network-Airlines steigerten Ihren Gewinn um 6%, hingegen erwirtschaftete die Eurowings einen Verlust von 231 Mio. €, verursacht durch die Integrationskosten der Air Berlin Flotte mit immerhin 77 Flugzeugen.

In der kürzeren Vergangenheit gab es Pressemeldungen über Aktivitäten der Lufthansa Group die Fluggesellschaft Condor und eventuell alle Thomas Cook Airlines zu erwerben. Es handelt sich hier um Fluggesellschaften der Sparte „Leisure Travel“. Die Condor war früher bereits eine Tochtergesellschaft der Lufthansa, wurde damals als „Goldesel“ bezeichnet und wurde zur Rettung der Lufthansa verkauft.

Gemäß Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz muss der Nachweis geführt werden, dass sich die Lufthansa Aktien mehrheitlich (mindestens 60%) in deutschem Eigentum befinden um die deutsche Zulassung als Fluggesellschaft zu erhalten. Das war Ende 2018 mit 72,9% in deutscher Hand der Fall. Leider gab es kürzlich eine Meldung, dass ein Hedgefonds von den Kaimaninseln mit Namen „Lansdowne Partners“ ein Aktienpaket von 7,7% erworben hat und es nun mehr als 40% ausländische Anleger gibt. Damit ist die Betriebsgenehmigung und Luftfahrtrechte in Gefahr.

Die Ergebnisziele wurden größtenteils erreicht, trotz großer externer Belastungen. Das Ergebnisniveau hat sich stabilisiert und bildet eine gute Voraussetzung für die Zukunft. Die Prognose für den globalen Passagierverkehr wird von der IATA als steigend bezeichnet – es wird mit einem Wachstum der weltweit verkauften Passagierkilometer um 6% gerechnet. Die Treibstoffkosten werden allerdings auch steigen. Die Stückkosten sollen weiter gesenkt werden und die Digitalisierung in allen Unternehmen vorangetrieben werden. Die Modernisierung der Flotte soll weiter stattfinden. Trotz Gegenwind, es soll so weitergehen.


Autor: Uta Dechert
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