10.07.2019

Ära geht zu Ende

Airbus A380 Produktion wird eingestellt

Am 14. Februar 2019 verkündet Airbus-Industrie, dass man ab 2021 keinen neuen A-380 mehr herstellen will. Insgesamt sollen bis dorthin noch 17 Maschinen gebaut werden.


A380 in flight © Airbus Industrie Foto-Stocks

Emirates hat zuletzt 39 Bestellungen storniert. Die letzten gebauten A-380 werden im Jahr 2021 an Emirates ausgeliefert. Die Gesellschaft betreibt damit 123 Flugzeuge dieses Typs und ist damit mit großem Abstand der größte Abnehmer weltweit.

Lediglich 251 Flugzeuge wurden hergestellt, im Jahr 2000 ging man noch von einem Bedarf von 1000 Flugzeugen aus.

Warum ist nun Schluss? Ist dem Flugzeug am Ende seine Größe zum Verhängnis geworden? Es gab vor Jahren die vielfach zitierten Klagen von den wenigen Slots auf den Flughäfen, die könnten also bei steigendem Passagieraufkommen nur mit noch viel größeren Flugzeugen genutzt werden. Aber, wie das mit scheinbar feststehenden Behauptungen so manches Mal ist, am Ende redet man immer weniger und irgendwann überhaupt nicht mehr davon. Denn gerade Dubai, - dem Land mit den von Emirates betriebenen, meisten A-380 - bekommt einen zweiten Airport. Hinzu kommt, dass in der Golf-Region der neue Riesenairport in Istanbul große Kapazitäten schafft. Das Thema „Slots“ hat sich, zumindest für die Großflughäfen in dieser Region, erledigt.

Wichtiger hingeben ist allerdings die Tatsache, dass dieses Flugzeug vier Triebwerke hat. Man kann sich theoretisch zwar bei voll besetzter Maschine einen niedrigen Kerosinverbrauch pro Passagier und geflogener 100 km ausrechnen, in der Praxis hingegen „säuft der Flieger schon allerhand Sprit“. Es gibt zwar „Experten“, die behaupten, dass der Kerosinverbrauch und somit die Kraftstoffkosten nur einen minimalen Preis eines Flugtickets ausmachen würden, trotzdem funktioniert die größte Wirtschaftlichkeit nur bei fast vollem Flugzeug.

Hinzu kommen noch die an einigen Airports horrenden Gebühren für das Riesenflugzeug.

Zwei Triebwerke verbilligen zudem die Wartungskosten nicht unerheblich.

Auch hat es sich in den letzten Jahren gezeigt, dass viele Passagiere Direktflüge bevorzugen und umständliche Umsteigeverbindungen eher meiden. Dies führt dann dazu, dass es schwierig wird auf einer Direktverbindung gleich einen kompletten A-380 zu füllen. Malaysia Airlines beispielsweise hat auf der Strecke Kuala Lumpur – London Einspareffekte von bis zu 30% nach Umstellung von A-380 auf den A-350 erreicht.

Bestimmt haben alle angeführten Gründe gemeinsam zum Ende des A-380 geführt. Man braucht aber als Airline nicht ausführlich die Gründe für einen „Nichtkauf“ oder eine Stornierung begründen – es wird einfach kein neuer Flieger gekauft. Und so ist am Ende dann, auch wenn es die Liebhaber dieses Flugzeugs enttäuscht, zu verstehen, warum der Hersteller die Produktion einstellt.

Nun aber gleich von „Verlust“ und „Fehlentscheidung für den Bau des A380“ zu reden, ist falsch. Entscheidungen werden immer dann getroffen, wenn sie getroffen werden müssen und nicht 20 Jahre später. Immerhin haben die Ingenieure von Airbus erheblich an Entwicklungswissen hinzugewonnen. Dieses Wissen fließt nun auch in die Arbeit an der Weiterentwicklung und Neuentwicklung von vorhandenen oder noch kommenden Modellen ein.

Da nun also die letzten A-380 in 2021 gebaut werden und diese Flugzeuge mindestens 15 Jahre, wenn nicht noch länger in Dienst bleiben werden, wird uns der A-380 noch viele Jahre begleiten.


A380 Autor: Werner Zielina
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